Die Kulturlotsen in Zeiten von Corona

"Hallooo? Ist da noch jemand?" ...

Viel ist passiert, seit wir uns hier das letzte Mal mit Neuigkeiten gemeldet haben. Allerdings hatte diese lange Pause einen unschönen Grund. Das Coronavirus (COVID-19, SARS-CoV-2). Niemand wusste im Februar so genau, was da auf uns zukommen würde. Und dieser anfänglichen Ungewissheit folgte relativ schnell der Lockdown im März. Nach und nach zeigten sich die Auswirkungen der Corona-Krise, die Lage wurde täglich neu bewertet und so musste das Projekt "Kulturlotsen" ab Mitte April vorerst pausieren. Seit dem 1. August sind wir endlich zurück, wenn auch anders, aber jetzt mal der Reihe nach ...

Am 23.2.2020 fand noch ein richtig schönes Faschingsfest in der EAE Urania statt. Den Bericht findet ihr hier. In Planung waren ein Kleiderbasar für die Geflüchteten in der EAE, sowie eine Osterveranstaltung für die Bewohner in der AJS. Für den Basar hatten wir schon jede Menge Kleiderspenden sortiert und einen Ablaufplan für die Veranstaltung erstellt. Für das Osterfest hatten wir angefangen, das Programm auszuarbeiten und Dekorationen mit den Kindern zu basteln. Leider mussten beide Veranstaltungen aufgrund der Pandemie abgesagt werden.

Bestimmt könnt ihr euch noch an den Beginn der Corona-Zeit erinnern. Die Menschen gingen auf Abstand, Hygieneregeln wurden eingeführt, man versuchte sich, andere und vor allem Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Sehr früh wurde klar, dass wir die meisten unserer Angebote für die Geflüchteten innerhalb der Einrichtungen in dieser Form nicht weiterführen können. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen suchten wir also nach kompatiblen Aufgaben ...

In mehreren Kiezen in Charlottenburg wurden Flyer der Nachbarschaftshilfe verteilt, einer Initiative, die von dem Nachbarschaftsnetzwerk der Ulme35 ausging. Die Flyer wurden digital übermittelt, in unserem Büro ausgedruckt und dort unter Einhaltung aller Bedingungen auf Termin hin abgeholt.

Des Weiteren ließ sich die Ulme35 ein neues digitales Format einfallen - Ulme@home - und auch dort wurde kräftig mitgeholfen, die Inhalte auf allen Plattformen zugänglich zu machen.

Obwohl noch keine Maskenpflicht galt, wurde es immer wichtiger, sich und andere besser zu schützen. Daher nähten wir Masken im Home-Office und gaben sie an die unterschiedlichen Einsatzstellen ab.

Schönes Frühlingswetter machte es zudem möglich, dass Matchings mit besonders hilfebedürftigen Geflüchteten weiterhin im Freien stattfinden konnten. Bei langen Spaziergängen wurde die Möglichkeit genutzt, die besondere Situation ausführlich zu erklären (unter anderem auch auf Arabisch).

Und dann kam die Pause ...

Seit Wiederbeginn haben sich die Rahmenbedingungen unserer Arbeit natürlich verändert. Feste zu feiern oder Veranstaltungen auszurichten bleibt weiterhin schwierig, aber wir passen unsere Aktivitäten den jeweiligen Gegebenheiten an. Den langen Sommer haben wir dazu genutzt, regelmäßig den Stadtacker zu besuchen, die Deutschkonversation lässt sich wie gewohnt gut umsetzen, individuelle Matchings können stattfinden und auch die Ulme35 bekommt Unterstützung im digitalen Bereich. Alles ist halt ein wenig anders.

Wie geht es mit den Kulturlotsen in anhaltenden Corona-Zeiten weiter? Nun ja, wir befinden uns im Herbst und der Winter steht vor der Tür, was die Sache nicht einfacher macht. Wir werden flexibel bleiben und vermehrt Angebote schaffen, die die Geflüchteten vor sozialer Isolation bewahren, die aufklären und weiterhelfen.

Bleibt gesund!

* Eure Kulturlotsen