FAQ (Frequently Asked Questions) für Geflüchtete

Neuankömmlinge in Deutschland haben oft die gleichen ersten Fragen. Wir haben einige hier aufgeführt und versuchen diese möglichst zu beantworten, um den Start in Deutschland zu erleichtern.

Die meist gestellten Fragen:

1. Wie suche ich eine Adresse?

Grundlegendes:

Eine Briefanschrift adressieren wir in Deutschland folgendermaßen:

Anrede (Herr/Frau/ Firma/ Behörde)
Vorname, Nachname (Familienname)
Straßenname, Hausnummer
Postleitzahl (PLZ)
Land

Wissenswertes zu den Hausnummern:

Es gibt mehrere Hausnummernsysteme, wenn beide Seiten einer Straße bebaut sind. Oft sind auf der einen Seiten die geraden Hausnummern zu finden und auf der anderen Seite die ungeraden. Manchmal wird auf der einen Seite fortlaufend hochgezählt und auf der anderen Seite herunter. In reinen Wohngebieten sind häufig Buchstaben an die Nummer gehängt, weil die Häuser von der Straße aus gesehen, hintereinander gebaut wurden.

Das Postleitzahlensystem:

Nach der Wiedervereinigung Deutschland musste das System der Postleitzahlen erneuert werden, da es in Ost- und Westdeutschland 800 übereinstimmende Postleitzahlen für unterschiedliche Orte gab. Das neue System gilt seit 1993 und ist durch 5 Ziffern gekennzeichnet. Die ersten beide Ziffern stehen für die geografische Region. Deutschland ist in zehn Postleitregionen eingeteilt. Die 0 und 1 sind für Ostdeutschland reserviert, die 7 gilt in Baden-Württemberg, für Bayern die 8 und 9 sowie Hessen erhielt die 3 und die 6. Die letzten 3 Ziffern kann ein Postbote schnell in Postfächer, große Unternehmen und Wohngebiete verorten. Die niedrigen Zahlen wie beispielsweise 10001 stehen für Postfächer, danach folgen die Konzerne und Behörden mit eigenen Postleitzahlen. Es gibt sogar einen Baum in Deutschland mit einer eigenen Postleitzahl, die sogenannte Bräutigameiche. Die höheren Zahlen innerhalb einer Region sind Wohn- und Geschäftsadressen zuzuordnen.

 

Die eigentliche Suche:

Wenn du eine Adresse persönlich aufsuchen möchtest, benötigst du dafür den Straßennamen, die Hausnummer und die Postleitzahl und kannst damit wie folgt vorgehen:

Ich bin auf mich gestellt (offline)

Ich habe Internetzugang (PC Zuhause oder Bibliothek)

Ich habe ein mobiles Endgerät immer dabei (Smartphone) aber KEINEN mobilen Internetzugang

Ich habe ein mobiles Endgerät immer dabei (Smartphone) UND mobilen Internetzugang

Du musst dir einen Stadtplan von Berlin besorgen und ggf. eine Karte des öffentlichen Nahverkehrs, um dich orientieren zu können.

Stadtpläne bekommst du z.B. bei der Touristeninformation, an Tankstellen oder in Büchereien. Eine Karte des öffentlichen Nahverkehrs erhält man bei einem Kundencenter der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) oder der Deutschen Bahn.

Wenn du einen Internetzugang hast, ist es am leichtesten die Adresse die du suchst in deinen Web-Browser einzugeben und/oder die Navigation von Anbietern wie: www.openstreetmap.org zu nutzen. Dort kannst du entweder die Adresse direkt eingeben oder durch Klicken auf die Karte dir den Weg anzeigen lassen und eine Route navigieren lassen.

Diese Informationen musst du dir dann ausdrucken oder so aufschreiben, dass du dich sicher genug fühlst, um deinen Weg zu finden.

Solltest du den öffentlichen Nahverkehr nutzen, empfiehlt es sich zusätzlich die Karte des BVG-Netzes auszudrucken wie diese hier:

www.bvg.de/de/verbindungen/netzplaene-und-linien

 

Mit einem mobilen Endgerät (Handy/Tablet) hast du es schon sehr einfach eine Adresse zu finden und dich zu orientieren, vor allem wenn das Gerät GPS Signale (Global Positioning System) zur Standortbestimmung nutzt.

Auch MIT mobilem Internetzugang empfiehlt es sich aber immer Offline-Karten dabei zu haben, um sich sicher überall orientieren zu können. Zum Beispiel mit der App Maps.Me (MapsWithME) www.maps.me wirst du dich überall orientieren können, ohne dabei unterwegs Internetzugang zu benötigen. Auch das S- und U-Bahnnetz von Berlin ist dort mit hinterlegt!

Wenn du z.B. ein Smartphone nutzt und damit mobilen Internetzugang hast, ist es am leichtesten die Adresse die du suchst zu finden.

Die App www.maps.me ist in jedem Fall empfehlenswert, dennoch kannst du auch andere Online-Services nutzen, um dich zu orientieren wie z.B. Google oder mit der BVG über den öffentlichen Nahverkehr Berlins www.bvg.de/de/verbindungen/verbindungssuche

Mit den Apps oder im Web-Browser kannst du dir hier per Routenplaner den Weg zum Ziel anzeigen lassen.

2. Welche Fahrkarte brauche ich?

Das einfachste zuerst: Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos im öffentlichen Nahverkehr. Wenn ein Berlinpass vorhanden ist, empfiehlt es sich das S-Ticket zu kaufen. Es ist einen kompletten Monat gültig und kostet nur 27,50 Euro. Der Zeitraum ist bei diesem Ticket auf den Kalendermonat bezogen und nicht gleitend über Monatsgrenzen hinweg.

Wenn es keine Berechtigung für den Berlinpass gibt, lohnt es sich nur für Vielfahrer das monatliche Ticket für Erwachsene zu kaufen ansonsten gibt es unterschiedliche Einzelfahrscheine.

3. Wie finde ich einen Sprachkurs?

Für Sprachkurse gibt es verschiedene Angebote, je nachdem wie der Aufenthaltstitel in Deutschland aussieht sind andere Fördereinrichtungen zuständig:

Ein Integrationskurs ist für Geflüchtete ist erhältlich über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (mit Aufenthaltsstatus) www.bamf-navi.bamf.de/deFür Menschen, die aus Ländern kommen, wo die Aufenthaltserlaubnis mit großer Wahrscheinlichkeit gewährt wird (wie jetzt die Ukraine) ist von Anfang an das BAMF (Integrationskurs) zuständig.
Darüber hinaus gibt es noch EFS Kurs für Migranten (europäische Förderung) und LaF für Geflüchtete ohne Aufenthaltsstatus (Antrag oder Duldung)

4. Wie finde ich eine Wohnung?

Wer eine Wohnung sucht, wendet sich am besten an eine der Wohnungsgesellschaften in Berlin. Ihr findet sie, wenn ihr in die Suchmaschine "Berlin" und den Namen der unten aufgeführten Gesellschaften eingebt.

Termin vereinbart ihr entweder auf der Website, telefonisch, per E-Mail oder im örtlichen Büro (Sprechstunde) der jeweiligen Wohnungsgesellschaft.
Wohnungsgesellschaften in Berlin: Gewobag, Degewo, Deutsche Wohnen, HOWOGE, WBM, Wohnbau, David Borck, GESOBAU, STADT UND LAND, WoGeHe.
Wenn Ihr eine Sozial geförderte Wohnung braucht, dann benötigt ihr zusätzlich einen WBS (Wohnberechtigungsschein).
WBS Formulare könnt ihr vom Bürgeramt entweder persönlich oder auf der Webseite holen, ausfüllen und zurückgeben (Es kann bis zu 6 Wochen dauern, bis sie ein Bürgeramt bearbeitet hat und der Schein ist nur 1 Jahr gültig)

Darüber hinaus braucht ihr möglicherweise auch:
- Eine Schufa-Auskunft von der Postbank
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung von Vermieter
- Einkommensbescheinigung vom Arbeitgeber oder Bewilligungsbescheinigung vom Jobcenter
- Selbstauskunft Formulare von der Wohnungsgeselschsft holen, ausfüllen und zurück geben.
- Ausweiskopie

5. Woher bekomme ich Möbel und Kleidung?

Kleidung erhaltet ihr z.B. aus den Kleiderkammern der Caritas. www.caritas-berlin.de/kleiderkammer

Günstige Möbel könnt Ihr z.B. bei Ebay Kleinanzeigen ergattern.

Ebay Kleinanzeigen Tipps und Tricks
Ebay Kleinanzeigen bietet die Möglichkeit lokal nach Gegenständen und Möbeln Ausschau zu halten.
Hierfür braucht es nur ein Internet-fähiges Gerät und einen Account. Noch bessere Erfolge lassen sich mit
dem Herunterladen der App erzielen. So funktioniert es:
Geht auf www.ebay-kleinanzeigen.de und öffnen einen Account. Gibt in das Suchfeld eurer gewünschtes
Objekt z.B. „Kleiderschrank“, „Computer“ und „Berlin“ oder deine Postleitzahl an.
Nun erscheint eine Reihe an Anzeigen von Leuten, die z. B. Ihren Kleiderschrank loswerden wollen. Achte
darauf das die Anzeigen aus in Berlin sind. Gefällt dir eines der Anzeigen?
Dann schreib der Person eine Nachricht, mache einen Preis und Abholtermin aus und fertig.
Tipps für gute Schnäppchen!
Anfang und Ende des Monats sind häufig mehr Angebote.
Die höhere Nachfrage lässt die Preise oft sinken.
• Viele Menschen ziehen meist zu Ende des Monats aus und entscheiden sich oft erst dann Dinge zu
verkaufen.
Setze auf Sternmarkierung! Sei dabei gerne spezifisch z. B.: „Weißer Kleiderschrank“ Füge in den
Filtern zusätzlich die Entfernung und das Preislimit hinzu
• Am besten geht das mit der APP. Jedes Mal, wenn jemand dieses Gesuch hochlädt, erhältst du sofort eine
Nachricht auf deinem Handy. Wer schneller schreibt, bekommt es auch oft!
Achte auf Rechtschreibung in der Suchleiste.
Zur Fehlervermeidung UND für potenzielle Schnäppchen
• Bei falscher Eingabe werden dir oft nur wenige Sachen angezeigt. Es kann aber auch ein Tipp sein, um
tolle Schnäppchen zu finden! Wenn du z. B. einen „Teppich“ suchst, findest du unter Umständen super
Angebote, wenn du „Tepisch“ eingibst 😉
Gute Stichwörter!
• Manche Möbel haben z. B. Ikea Namen, wodurch man sie noch spezifischer finden kann. Wenn du z. B.
einen „Strandmon“ Sessel suchst, findest du unter Umständen einen günstigeren Preis, wenn du unter
„Ohrensessel“ suchst.
Was gefunden? Schreibe eine freundliche Nachricht.
• Ein einfaches „Was letzter Preis“ oder „Ich will haben“ führt NIE zum Erfolg. Schreibe freundlich, warum
dir das Objekt gefällt, und ob es noch zu haben ist und falls ja, wann du es abholen könntest. Ende die
Nachricht mit „Liebe Grüße“ und deinen Namen.
Wichtigster Tipp von allen: Lass dir Zeit.
• Die Welt ist VOLL mit Leuten, die Ihr Zeugs loswerden wollen. Falls du gerade deine ideale Couch,
Computer, Kleiderschrank etc. nicht bekommen hast, dann wird das nächste Angebot immer kommen.
Es gibt keinen Grund zur Hektik, auch wenn man am Anfang traurig ist.
Bisher habe ich IMMER nachher sogar noch günstigere Angebote bekommen 😉
Achtung vor Betrüger! Zahle NIE Geld im Voraus und hole IMMER persönlich ab. Bei Versand NUR
über Paypal Geschäftskunden (Nicht Familie/freunde!) oder „ebay sicher Bezahlen Option“. Oft
versuchen Betrüger dich auch mit Gutschein kaufen zu locken.
Wenn du zweifelst: immer vorher googeln.
Profi Tipp:
Bist du selbständig gemeldet? Dann kaufe deine Sachen auf Ebay Kleinanzeigen und drucke die Anzeige
aus. Dein gekauftes Objekt darfst du mit dem Druck dieser Anzeige offiziell von der Steuer absetzen
lassen.